Tipps für das Fotografieren im Klettersteig (Via Ferrata)

Tipps für das Fotografieren im Klettersteig

Wie dir atemberaubende Aufnahmen im Klettersteig gelingen

Einleitung & Disclaimer

Klettersteige bieten nicht nur Adrenalin, sondern auch Perspektiven, die du nirgendwo sonst bekommst. Die Mischung aus dramatischer Landschaft, ausgesetzten Passagen und persönlichem Erlebnis schreit förmlich nach guten Bildern – egal ob für dich selbst, die Community oder zur Erinnerung an den einen Moment ganz oben.

Für das Fotografieren im Klettersteig konnte ich online leider nicht viele Inhalte finden - und häufig nur sehr vealtete, um mir Informationen über das Vorgehen zu sammeln - daher versuche ich hier etwas diese Lücke schließen zu können.


Disclaimer

Ich möchte nicht auf die Grundlagen des Klettersteigens eingehen, da es sich hier um den kreativen Aspekt drehen soll. Klettersteigen ist kein Hexenwerk, was nur von alpinen Hochleistungssportlern betrieben werden darf, aber es bedarf einer Sicherheits-Einweisung und korrekter Technik. Der DAV bietet hierzu online Material und in einigen Sektionen auch Kurse an. Die Sicherheit sollte immer an erster Stelle stehen. Mach keine Klettersteige die außerhalb deines Levels liegen oder dich maßlos überfordern, ansonsten besteht im schlimmsten Fall Lebensgefahr.

Aussicht über das Berchtesgadener Umland vom Hochthron-Steig

Worauf es ankommt

Fokus auf Sicherheit & Story. Fotografieren am Klettersteig ist immer ein Spagat zwischen Bild und Bewegung. Sicherheit hat oberste Priorität – wenn du beide Hände zum Klettern oder Halten brauchst, kannst du gerade keine Bilder machen.
Gute Fotos entstehen nicht trotz, sonder mit Respekt vor der Situation. Versuche deine Bilder ebenso wie die Routen zu planen und suche dir immer erst einen sicheren Stand bevor du darüber nachdenkst, deine Kamera zu zücken.

Starke Bilder entstehen oft nicht mitten im schwierigsten Abschnitt, sondern davor oder danach – wenn du kurz verschnaufen kannst und die Umgebung auf dich wirken lässt. Fotografiere auch Details oder die kleinen Momente wie Snack-Pausen oder die Erleichterung am Gipfel. Und vor allem vergiss das wichtigste beim Fotografieren im Klettersteig nicht: hab Spaß und genieß es!

Zeig, wo du bist

Kontext schlägt Close-up. Ein Portrait mit Klettergurt ist nett, aber was das Bild richtig stark macht, ist der Kontext: das Tal unter dir, die Leiter vor dir, der Grat den du gerade hinter dir hast. Zeig, wo du bist – damit dein Bild nicht nach Kletterhalle aussieht, sondern nach echtem Bergmoment. Du befindest dich höchstwahrscheinlich in stolzer Höhe und in einer atemberaubenden Landschaft – zeige das!

Wolkenaufzug während des Berchtesgadener Hochthronsteigs

Die Perspektive machts

Ein Klettersteig sieht von oben ganz anders aus als von unten – und genau das macht den Reiz aus. Statt immer nur auf Augenhöhe zu fotografieren, lohnt es sich, bewusst mit Perspektiven zu spielen: von unten an eine Leiter ran, von schräg hinten auf den Partner, oder mit dem Blick über die Schulter den Abgrund zeigen. So wird aus einem Schnappschuss eine Geschichte.

Klettersteig-Ausrüstung

Packe so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Für entspanntes und vor allem sicheres Klettersteig gehen braucht man eine gewisse Grundausstattung. Falls du diese nicht sofort kaufen möchtest, kannst du diese entweder beim DAV oder oft auch bei Händlern in der Nähe von Klettersteigen ausleihen.

  1. Geeignetes, festes Schuhwerk! 
  2. Wander- oder Touren-Rucksack.
  3. Kletterhelm, Klettergurt, Klettersteig-Set.
  4. Rastschlinge oder Selbstsicherungsschlinge: Gerade um in Ruhe zu Fotografieren oder einfach kurz zu verschnaufen – eine Lösung zum Rasten ist bei mir immer im Gepäck.
  5. Handschuhe: Das viele halten und ziehen am Stahlseil, kann bei längeren Touren oder bei kälteren Temperaturen - die Haut der Hände stark belasten.
  6. Erste-Hilfe-Set: Einen riesigen Verbandskasten wirst du nicht brauchen, aber ein paar Basics. In brenzlichen Situationen kann man am Berg nicht viel machen - hier hilft nur noch Hilfe holen. Daher ebenso wichtig: Rettungs-Nummern abspeichern!
  7. Ausreichend zu Trinken & Snacks für die Tour, aber auch die Zu- und Abstieg!

Foto-Ausrüstung

Weniger ist mehr. Damit das Fotografieren im Klettersteig auch mit größeren Kameras nicht unnötig schwierig und kompliziert wird, hilft es sich auf ein Minimum zu konzentrieren. Folgende Dinge sind meine Essentials:

  1. Kamera & vielseitiges Zoom-Objektiv
  2. Peak Design Capture Clip (oder vergleichbare Clips)
  3. Kameragurt oder Schlaufe als zusätzliche Sicherung

Offenblendige Festbrennweiten bieten tagsüber meiner Meinung nach kaum Mehrwert, da sowieso abgeblendet fotografiert wird und man durch die feste Brennweite die Flexibilität verliert. Ein Objektiv, welches Weitwinkel als auch eine Standardbrennweite abdeckt ist optimal.

Für mich hat sich das Tamron 28-75 f/2.8 bewährt, ein 16-35, 24-70 oder 24-105 sind aber gute Alternativen. Achte unbedingt auf Größe und Gewicht, je nach Passage ist es sinnvoll die Kamera im Rucksack zu lassen, bevor diese im Weg ist oder beschädigt wird.

Eine Action-Cam oder Drohne können reizvoll sein und großartige Perspektiven liefern, müssen aber ebenfalls mitgeschleppt werden – eventuell lässt sich die Ausrüstung auf die Gruppe verteilen, aber bedenke: jedes Gramm wird im Zweifel über Stunden bergauf getragen.

Klettersteig-Projekte

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Eine Woche Berge, Abenteuer und Erholung in Bayern, verbunden mit der legendären Watzmann-Überquerung – so stellten wir uns den Trip jedenfalls vor. Die Realität: monsunartiger Regen und Schnee. An den trockenen Tagen gingen wir den Grünsteig-Klettersteig (E), den Hochthron-Klettersteig (C/D) und ...

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Während einer mehrtägigen Klettersteig-Tour durch die Dolomiten konnte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, meine Kamera-Ausrüstung durch die Berge zu schleppen. Uns erwarteten atemberaubende Szenerien, schwierige Klettersteig-Passagen, sternenklare Nächte und absolut spektakuläre Aussichten.

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